Chronik der Kegelabteilung

Die Gründung:

Begonnen hat es am Stammtisch des alten Sportheims im Jahre 1965. Der damalige und unvergessene 1. Vorsitzende des TSV Altenfurt, Jakob Babel, und der Fußballer Alfred Lotz, der nebenbei noch irgendwo als Sportkegler tätig war, fassten den Entschluss, eine Kegelabteilung zu gründen.

Die einzige (dies ist auch wörtlich zu nehmen) Kegelbahn im Umkreis gab es in der Schulturnhalle in Fischbach, die sogleich von der damaligen Gemeinde Fischbach an einem Abend in der Woche gemietet wurde. Nach wenigen Wochen hatte sich die Abteilung stabilisiert, sodass folgende Abteilungsmitglieder als Kegler der ersten Stunde anzusehen sind:

Alfred Lotz, Karl Albrecht, Bruno Bogner, Kurt Ficht, Rudi Ficht, Willi Hofmann, Ludwig Lemmermeier, Hans Lengenfelder, Franz Müller, Hans Pirzer, Herbert Pösold, Günther Ruhland, Sepp Rupprecht, Heinz Sauer, Erwin Schreiner, Georg Schramm und Gustav Weidmann.

Erster Abteilungsleiter wurde Georg Schramm, damals bereits ein bekannter und erfolgreicher Sportkegler; übrigens neben Alfred Lotz der Einzige, der überhaupt eine Ahnung vom Kegelsport hatte.

Weitere Entwicklung:

An reines Sportkegeln dachte zu diesem Zeitpunkt außer Georg Schramm noch niemand und dieser fand deshalb reichlich Gelegenheit, sich die Haare zu raufen, wenn die anderen Kegler die Sache mit der Kugel nicht so ganz ernst nahmen. Über die sonstigen Tätigkeiten dieser Truppe sollte man das Deckmäntelchen der Nachsicht hängen.

Alsbald wurden die Ehefrauen in den „Kegelbetrieb“ mit einbezogen, wodurch die gesellige Komponente noch mehr in den Vordergrund trat. – Eine unvergessliche Zeit für alle Beteiligten !

Die sogenannten „Privatkegler“, bestehend meist aus Gründungsmitgliedern höheren Alters waren sehr lange aktiv. Erst im Jahr 2004 wurde aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen das Kegeln nach fast 40 Jahren ad acta gelegt. Die Kameradschaft und der Zusammenhalt in dieser Gemeinschaft nach so langer Zeit ist aber auch heute noch beispiellos und wirklich bemerkenswert und drückt sich nach wie vor in diversen Veranstaltungen und Busausflügen aus.

Sportkegler:

Der Umbruch kam im Jahre 1970 mit dem Bau des neuen Sportheims. Nach langen Diskussionen wurde von der damaligen Vorstandschaft des TSV beschlossen, eine 4-Bahnen-Anlage in den Sportheimbau zu integrieren. Damit ergab sich zwangsläufig die Notwendigkeit, eine Sportkegelabteilung aufzubauen. Da nur wenige Sportkameraden der bisherigen Abteilung Lust verspürten, in das Lager der Sportkegler zu wechseln, konnte der damalige Abteilungsleiter Herbert Pösold den zu diesem Zeitpunkt bereits unter der Leitung von Günter König am Sportkegelbetrieb teilnehmenden SKK Fischbach dazu überreden, ab der Saison 1971 / 72 unter dem TSV Altenfurt in den Spielbetrieb einzusteigen. Im September 1971 wurde mit zwei Herrenmannschaften der Spielbetrieb in den Kreisklassen C und E aufgenommen. Die ersten „echten Sportkegler“ des TSV (alle kamen vom Sportkegelklub Fischbach) waren:

Günter König, Alfred Diringer, Luigi Fabbricatore, Werner Fischer, Kurt Hunnebald, Fritz Lorenz, Ronald Siebenlist, Heinz Schweigert und Klaus Stumpf.

Unter Sportwart Günter König erfolgte der Startschuss zu einer erfolgreichen Zeit für unsere Sportkegelabteilung.

Gleichzeitig wurde unmittelbar nach Beginn des Sportkegelbetriebes die Initiative von Günther König eine Jugendabteilung aufgebaut. Unter der Leitung von Sigmund Eckert und später unter Rudi Stark stellte der TSV Altenfurt zeitweilig die stärkste Jugendabteilung innerhalb des Vereins Nürnberger Sportkegler.

In der Bayernliga- und der Bezirksliga-Jugend des Vereins Nürnberger Sportkegler waren sowohl bei der männlichen als auch bei der weiblichen Jugend unsere „Cracks“ ein fester Bestandteil. Anfang der 80-iger Jahre stellte der TSV sogar eine eigene männliche Bezirksligamannschaft.

Auch bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften waren Jugendliche vom TSV vertreten:

1975 Norbert Wild
1976 Birgit Abraham und Manuela Werner
1977 Thomas Schneider

Noch heute stellen die Jugendlichen von damals den Stamm unserer Herrenmannschaften ! Allerdings zogen sich auch viele Jugendliche, wie bei anderen Sportarten auch, nach Ablauf des Jugendalters vom Kegelsport zurück. Aus zweierlei Gründen mußte schließlich die Jugendarbeit beim TSV eingestellt werden: Erstens fehlte es an geeigneten Übungsleitern und zweitens waren kaum noch Jugendliche für den Kegelsport zu gewinnen.

Zum Auftakt unserer Sportkeglertätigkeit konnten wir auf den neuen Bahnen den zu der Zeit amtierenden deutschen Meister „Gut Holz Nürnberg“ zu einem Freundschaftsspiel gewinnen, der mit 5126 : 4774 für die Gäste endete (für den TSV kegelten: König, Degen, Hutzler Fritz, Diringer, Fabbricatore, Schweigert).

Bereits im ersten Jahr konnten beide Mannschaften den Aufstieg feiern. Durch bemerkenswerte Neuzugänge in der Folgezeit, wie den unvergessenen Hans Glück, aus der Handballabteilung des TSV z.B. Manfred Hammer, Bernd Haberhauer, Norbert Kniewasser, später Manfred Schneider, Kurt Reinfelder, Erwin Vogt, Peter Heinkel, Alfred Kusik, Fritz Messinger, Gerd Schlemmer, Wolfgang Mühlbauer und Zugänge aus der eigenen, inzwischen gegründeten Kegeljugend, konnte die Spielstärke von Jahr zu Jahr deut- lich gesteigert werden:

1973 Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Kreisklasse A.
1974 Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Bezirksklasse C.

1975 10-jähriges Bestehen der Kegelabteilung mit einem Jubiläumsfreundschaftskampf gegen „Gut Holz“ Nürnberg (4844 : 5185), Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Bezirksklasse B.

1977 Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Bezirksklasse A.

1980 die Bundesligamannschaft „Matador Berlin“ zu einem Freundschaftsspiel, mit 5167 : 4756 von uns gewonnen, in Altenfurt (für den TSV kegelten: Vogt 875, Haberhauer 870, Hammerer 807, Wild Norbert 814, Schneider 878, Hammer 923).

1981 Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Bezirksklasse.

1982 Bahnrekord durch Manfred Hammer mit 521 Holz im Freundschaftskampf gegen „Germania Regensburg“.

1983 „Matador Berlin“ wiederum zu Gast in Altenfurt. Mit dem Bahnrekord und Weltklasseergebnis von 5681 : 4821 wurde Berlin deklassiert (für den TSV kegelten: Vogt 993, Haberhauer / Wild Alex 879, Heinkel 967, Schneider 874, Hammer 964, Hammerer 1004).

1983 Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Landesliga.

1984 Trotz teilweise hervorragender Spielergebnisse (vor allem auswärts, da wir mit den inzwischen renovierten Heimbahnen noch nicht zurecht kamen) konnte die Landesliga leider nicht erhalten werden.

Durch die Erfolge der Sportkegler blieb es nicht aus, daß sich alsbald einige Damen zusammenfanden und es den Männern zeigen wollten. 1972 wurde erstmals eine Damenmannschft für den Punktspielbetrieb gemeldet. Die Damen der ersten Stunde waren:
Heidi Babel, Tina Böhm, Renate Boscher, Edda Einhäupl, Christa Kniewasser, Traudl König, Waltraud Messinger und Helga Ruhland.

Wie bei den Herren erfolgten auch hier bemerkenswerte Neuzugänge und unter der sportlichen Leitung von Fritz Messinger verlief die Entwicklung ebenso erfolgreich wie bei den Sportkeglern:

1973 Aufstieg der 1. Damenmannschaft in die Kreisklasse.
1977 Aufstieg der 1. Damenmannschaft in die Bezirksklasse.
1981 Aufstieg der 1. Damenmannschaft in die Bezirksliga.
1981 Aufstieg der 1. Damenmannschaft in die Bezirksliga.
1983 Die 1. Damenmannschaft wird mittelfränkischer Bezirksligameister.

1984 Nachdem 1983 der Aufstieg um 2 Holz verpaßt wurde, belegt die 1. Damenmannschaft in den Auf- stiegsspielen den 1. Platz vor Regensburg und Naila und steigt in die Landesliga auf. Den Aufstieg schafften: Heidi Babel, Uschi Heger, Franziska List, Sybille Muckenthaler, Martha Reinfelder, Helga Ruhland, Erika Werner und Manuela Werner.

1987 Abstieg der 1. Damenmannschaft aus der Landesliga (durch krankheitsbedingte Ausfälle war die Leistungsstärke nicht mehr zu halten).

Auch verschiedene Einzelleistungen unserer Sportler verdienen es, erwähnt zu werden ! So hatten Günther König und Manfred Hammer mehrere erfolgreiche Einsätze in der Bundesligamannschaft des Vereins Nürnberger Sportkegler, die damals führend in Deutschland war. Hans Glück war mit der Senioren-A-Mannschaft des Vereins Nürnberger Sportkegler Deutscher Meister ebenso wie Wolfgang Mühlbauer in der Versehrtenklasse. Leider haben uns beide, ebenso wie unser ehemalige Abteilungsleiter Peter Heinkel, viel zu früh für immer verlassen. Bei den Damen brachte es Manuela Anders, geb. Werner, zur Bayerischen Meisterin des Juniorinnen und ebenso Rosi Mühlbauer in der Versehrtenklasse.

Damit war der absolute Höhepunkt für unsere Sportkeglerinnen und Sportkegler aber bereits überschritten. Leider konnte dieses sportliche Niveau durch verletzungsbedingte Totalausfälle, durch daraus folgende Abwanderungen, aber auch durch fehlenden Nachwuchs nicht gehalten werden. Diverse Abstiege waren die natürliche Folge.

1995 – 2005:

Zum Glück hat sich die Situation nach Jahren ohne Jugendarbeit dann wieder geändert. Zwischen 1995 und 2004 versuchte unser ehemaliger Jugendleiter Klaus Heger mit unermüdlichen Einsatz, eine eigene Kegeljugend aufzubauen. Diese Arbeit führten ab 2004 unsere Sportwarte Klaus Hengl und Charly Pickel weiter. So starteten damals mehrere Jugendliche vom TSV in den Mannschaften des Vereins Nürnberger Sportkegler.

Und ihre Arbeit trug Früchte, denn mit Michael Ritter, Jörg Endress, Holger Herdegen und Daniel Hofesmann, sowie Jessica Sternberg spielten einige während und nach der Jugend noch in unseren Vollmannschaften.

2007 – 2011:
Leider haben uns diese ehemaligen Jugendlichen mittlerweile aber doch verlassen und so dümpelten die Herren mit einer Mannschaft, die mangels Spieler manchmal gar nicht antreten konnte, in den Tiefen der Kreisklasse herum, während sich die Damen beachtlicherweise seit langem in der Bezirksliga halten.

2011 – 2013
Mit einer echten Verstärkung von Seiten des ehemaligen SKK Obilic in Form von drei Keglern auf höchstem Niveau konnte bei den Herren wieder einmal an alte Zeiten angeknüpft werden. Teilweise mit Traumergebnissen und dadurch auch wieder mal zahlreichen Zuschauern konnte der Aufstieg geschafft werden.
Doch mangels Anwesenheit mussten in der zweiten Saison viele Spieler ersetzt werden und so brach die Mannschaft wieder auseinander.

2014/2015
Mit 49 Jahren 100 Kugelspiel gibt es nun einen neuen Modus. Ab sofort gibt es nur noch 4er Mannschaften und jeder Spieler spielt 4 x 30 Wurf und spielt gegen seinen zugewiesenen Gegner (Moduserklärung siehe an anderer Stelle). In dieser ersten Saison schlugen wir uns super und konnten uns mit allen Mannschaften ganz vorne platzieren.

Zukunftsaussichten für 2015/2016
Leider lichten sich die Reihen bei Damen und Herren etwas und es gehen so langsam die Kegler aus, was den Fortbestand der Abteilung zuletzt sehr gefährdete.
Aber die 1.Herren ist in die Bezirksliga B-Nord aufgestiegen und wird diese Herausforderung nach langen Spielersizungen annehmen.
Und auch die Damen, die sich komplett aus dem Spielbetrieb zurückziehen wollten, haben sich mittlerweile bereit erklärt eine Mannschaft, die im Bedarfsfall auch durch Spieler aus der Männerriege ergänzt werden kann, in der unteren Mixedklasse an den Start zu schicken.
Und somit werden wir dann wohl auch das 51.Jahr unserer Abteilung begehen dürfen.

Die Abteilungsleiter
Ein Bericht über die vergangenen Jahre einer Abteilung ist aber nicht komplett ohne eine Zusammenstellung der Abteilungsleiter, die uns Kegler in all den Jahren ertragen mußten und die Arbeit für uns machten („natürlich, wie überall, ohne Dank, dafür immer mit viel Kritik“):

1965 Alfred Lotz
1965 – 1967 Georg Schramm
1967 – 1974 Herbert Pösold
1974 – 1975 Hans Glück
1975 – 1979 Marga Pösold
1979 – 1980 Alfred Kusik
1980 – 1987 Fritz Hammer
1987 – 1993 Herbert Pösold
1993 – 1994 Peter Heinkel
1994 – 2005 Manfred Hammer
2005 – 2007 Heinz Schweigert
2007 – 2009 Klaus Hengl
2009 – 2011 Sandy Gallus
2011 – 2013 Heinz Schweigert
seit 2013 Dieter Schubert

Zu erwähnen ist noch, daß man nicht nur in der Vereinszeitung Berichte über die Kegelabteilung nachlesen konnte, sondern auch die Presse nahm Notiz von der „Randsportart Kegeln“ im TSV.
Zum Abschluß sei noch erwähnt, daß auch in der Kegelabteilung die vergangenen 50 Jahre nicht nur erfreuliche Dinge mit sich gebracht haben, sondern, wie im richtigen Leben, auch sehr traurige Momente. Deshalb möchten wir an dieser Stelle an alle unsere verstorbenen Abteilungsmitglieder erinnern; wir werden sie ganz bestimmt nicht vergessen !!!