Wanderung ("Haustürwanderung") ins „Staabrüchla“
Über 60 Senioren trafen sich am Moorenbrunner - Waldparkplatz. trotz der hohen "Temperaturen". Recht zügig ging der Weg teilweise durch den Wald und man erreichte nach knappen 2 Stunden die alte Ausflugsgastwirtschaft " ins „Staabrüchla“ mitten im Lorenzer Reichswald. Schon unterwegs informierte uns Ludwig, wie das alte Wirtshaus wann und warum er entstanden ist. Der Hauptgrund war, als rund um den Glasersberg der Burgsandstein gewonnen wurde, der in Nürnberg für den Bau der Patrizierhäuser und Wehranlagen verwendet wurde. Die Arbeiter brauchten eine Einkehrmöglichkeit.
Nach den Mittagsessen im schattigen Laubwald (selbst wenn es bei der großen Anzahl von Personen etwas länger dauerte), ging es wieder zurück. Hier nahm man den verkürzten Weg, weil die Sonne jetzt mächtig herunter "brannte".
 | |  | |  | |  | Aufbruch | | dem Ludwig zuhören | | im schattigen ........ | | ....... Biergarten |
| Bilder werden durch anklicken vergrößert |
Steinbrüche Bis 1450 gab es in Nbg fast ausschließlich Fachwerkbauten. 1522 wurde jedoch das steinerne Erdgeschoss - zumindest straßenseitig - zur Pflicht um die große Brandgefahr zu verringern – besonders bei Brauereien und Bäckereien, aber auch für den Bau der mächtigen Stadtmauer, für die Kirchen und die Schlösser der Patrizier im Umland Dazu brauchte man ungeheuere Mengen an Steinquader! Dafür gab es in und um Nürnberg ca. 30 Steinbrüche – die Sandbüchse des Reiches! Der Burgberg. Ofenloch, Geyersberg und Ohrwaschel, Buchenbühl, Haidberg, Steinplatte, Rechenberg, Schmausenbuck, Klingenberg, Brunner Berg, Moritzberg, Hoher Bühl, Hasenbuck, Worzeldorfer Berg, Glasersberg und natürlich das sog. Steinbrüchla = Unterlangenlohe! Schon 1302 wurde das Staabrüchla urkundlich als Steinbrechersiedlung erwähnt. Die zur Ausbeute der Steinbrüche im Lorenzer Reichswald entstandene Steinbrechersiedlung Unterlagenlohe bestand bis 1640 aus einem einzigen Haus, zu dem später ein Wirtshaus an der über Kornburg nach Süden führenden „Venezianer Straße“ = Allersberger Str. hinzukam. Hier wurde der Stein in mühsamer Handarbeit in großen Quadern aus der Wand gelöst, in kleinere Blöcke zerlegt, mit Hilfe von Holzkränen und auf Rollen aus dem Steinbruch geschafft und auf Fuhrwerken abtransportiert. Um 1663 wurden dann Stallungen für Pferde geschaffen, die notwendig waren, um die Fuhrwerke mit den schweren Sandsteinquadern zu ziehen, und eine Unterstellmöglichkeit für die Arbeitspausen zu verschaffen. Immer wieder gab es zwischen den Markgrafen von Ansbach und der freien Reichsstadt Nürnberg gerade am «Steinbrüchlein» ernsthafte Zwischenfälle. Als 1611 der Markgräfliche Vogt Bernhard Geyer von Cadolzburg mit einer Fracht unterwegs war. verstellten ihm Nürnberger Soldaten in Unterlangenlohe den Weg. Der Markgräfliche Vogt wurde auf die Nürnberger Burg ins Verlies gebracht. Ebenso erging es den beiden Nürnberger Ratsherren von Stromer und Löffelholz, welche für den Neubau der Fleischbrücke Sandsteine auf dem der Stadt Nürnberg gehörenden Steinbruch bestellen wollten. Sogleich wurden die beiden Herrn von markgräflichen Reitern in die Gefangenschaft nach Schwabach geleitet. Nach langen Verhandlungen wurde der markgräfliche Vogt gegen die beiden Ratsherren ausgetauscht.
1806 wurde Bayern ein Königreich mit großen Gebietsveränderungen. Der Reichswald ging aus Nürnberger Besitz an das Königreich Bayern. Die Erbförsterposten wurden aufgehoben, der neue Revierförster hatte seinen Sitz in Wendelstein. Da Unterlangenlohe, das «Steinbrüchlein», und Oberlangenlohe, das Zollhaus, seit alters her mit Kleinschwarzenlohe verbunden waren, blieb es weiter so Eine große Zeit hatte das «Steinbrüchlein» als der Ludwigskanal 1836 bis 1846 gebaut wurde. Viele Arbeiter waren im Steinbruch beschäftigt, und das Wirtshaus hatte an Zahltagen Hochkonjunktur. 1827 begann der Kanalbau in Worzeldorf. Zu dem bestehenden Gasthaus kamen noch zwei Wohnhäuser und ein kleines Kirchlein. Es entstand ein richtiger Ortsteil. In den Häfen von Worzeldorf und Wendelstein wurden die Steine zum Weitertransport auf die Lastkähne verladen.
Am 13. Juli 1933 stellte Gastwirt Karl Peuntinger im Gemeinderat von Worzeldorf der Antrag, das «Steinbrüchlein» nach Worzeldorf einzugemeinden. Zwar erklärte sich der Gemeinderat einverstanden, doch es geschah nichts. Alles verlief im Sande. Auch bei der Gebietsreform 1972 wurde das Steinbrüchlein vergessen. Erst 1978 wurde die Eingemeindung nach Nürnberg nachgeholt. Die offizielle Bezeichnung Unterlangenlohe konnte sich jedoch nie richtig durchsetzen, so dass die mundartliche Bezeichnung „Staabrüchla“ bis heute erhalten geblieben ist.
|